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Das Programm für
das Jahr 2012 ist in Arbeit.
Sie finden es
voraussichtlich ab Januar
auf
der Seite
PROGRAMM.
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Mit
diesem Konzert schlossen wir am 27. Novemder die Reihe Konzert im Kloster 2011: |
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Swantje Hoffmann, Violine
| Torsten Johann,
Cembalo
Musik von Johann Sebastian Bach, Francesco Maria Veracini, Johann Georg
Pisendel und Georg Philipp Telemann
Urszenen der
Kammermusik
Johann Sebastian Bachs Sonaten für Violine und konzertierendes
Cembalo sind nicht nur ausnahmslos Werke höchsten kompositorischen
Anspruchs, sondern sie stellen auch eine Pionierleistung auf dem Gebiet
des instrumentalen Duos dar. Denn sie sind musikhistorisch gesehen die
ersten gewichtigen Kompositionen, in denen das Tasteninstrument nicht
nur als harmoniegebender Begleiter, sondern als in linker wie rechter
Hand gleichberechtigter Stimmpartner der Violine auftritt. Bachs Sonaten
bilden eine Urszene der Kammermusik: sie gehören zur neugeschaffenen
kammermusikalischen Gattung für ein Melodieinstrument und obligates
Cembalo; sie sind die Vorläufer aller späteren Sonaten für Violine und
Klavier.
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Im Oberrieder Konzert gaben sie daher einen musikalisch
sinnfälligen Rahmen ab für ganz ähnliche Werke aus dem Umfeld
von Bach. Zu diesem zählt auch der spätere Hamburger
Musikdirektor Georg Philipp Telemann, der in Leipzig die
berühmte „Studenten-Combo“ des Collegium musicum gegründet hat. Bach, der dieses Ensemble dann später
übernahm und mit ihm seine legendären Konzerte im Leipziger Café
Zimmermann spielte, pflegte zu ihm eine enge Freundschaft.
Telemann wurde der Taufpate seines Sohnes Carl Philipp Emanuel.
Durch Telemann lernte Bach, damals noch in Weimar, auch den
späteren Konzertmeister der Dresdner Hofkapelle kennen: Johann
Georg Pisendel. Er teilte sich diese Stelle mit dem Italiener
Franacesco Maria Veracini, dessen Sonate academiche op. 2 dem
sächsischen Kurfürsten gewidmet sind. Die Violinmusik dieser
Epoche erlebte in Sachsen zwischen Johann Sebastian Bach in
Leipzig und den Virtuosen der Hofkapelle aus Dresden einen
Höhenflug, der uns heute in zahlreichen bedeutenden
Kompositionen überliefert ist. Einen Einblick gab das
Konzertprogramm mit Swantje Hoffmann, Violine, und Torsten
Johann am Cembalo. |
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Quartett(o)
Freiburg bot uns am Sonntag, 30. Oktober 2011 ein weiteres highlight
der diesjährigen Konzertreihe: |
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Quartett(o) Freiburg
Gottfried von
der Goltz, Violine | Gerd-Uwe, Klein, Violine
Ulrike
Kaufmann, Viola | Guido Larisch, Violoncello
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Wolfgang Amadeus Mozart |
Streichquartett C-Dur KV 465
“Dissonanzenquartett”
1. Adagio – Allegro
2. Andante cantabile
3. Menuetto: Allegro – Trio
4. Allegro molto
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Ferdinand Ries |
Streichquartett a-Moll op. 150 Nr. 1
1. Allegro con spirito – Andantino
2. Adagio con moto, cantabile
3. Scherzo, Allegro non troppo
4. Finale, Allegro
- Pause -
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Ludwig van Beethoven |
Streichquartett Nr. 4 c-Moll op. 18 Nr. 4
1. Allegro, ma non troppo
2. Scherzo: Andante scherzoso, quasi Allegretto
3. Menuetto: Allegretto
4. Allegro
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Sternstunden der
Quartett-Kunst
Berühmt und
berüchtigt wurde Mozarts «Dissonanzenquartett» durch die langsame
Einleitung mit dem reichlich ungewöhnlichen Einsatz der ersten
Violine. Seinen Zeitgenossen war das nicht geheuer : «Kann man denn
so die Musik zum Besten haben? Und wird sich jemand finden, der
solche Musik drucken wird?», empörte sich seinerzeit der
italienische Opernkomponist Giuseppe Sarti. Natürlich fand sich ein
Drucker und heute gilt Mozarts Quartett KV 465 als Inbegriff des
klassischen Streichquartetts. Und Beethoven? Über sein
c-Moll-Quartett hat er sich in drastischen Worten ziemlich abfällig
geäußert: «Das ist ein rechter Dreck!», soll er ausgerufen haben.
Heute wird es gerühmt für den «neuen Ton», den es anschlägt. Und
Ries, der Beethovenschüler? Nach seinem Umzug nach London nehmen die
Anleihen bei seinem Lehrer merklich ab. Beethovens angeblicher
Vorwurf, Ries ahme ihn zu sehr nach – heute lässt er sich kaum mehr
aufrecht erhalten.
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Quartett(o) Freiburg |
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Neben
einem reichhaltigen Erfahrungsschatz im Bereich der
Kammermusik blicken die vier Musiker des Quartett(o)
Freiburg vor allem auf eine intensive und langjährige
Zusammenarbeit als Mitglieder des Freiburger
Barockorchesters zurück, von der natürlich das gemeinsame
Quartettspiel profitiert.
Der erste Auftritt,
gewissermaßen die „konzertante Geburtsstunde“ des Quartetts,
fand an prominenter Stelle statt, nämlich im Rahmen der
Salzburger Mozartwoche 2007 – allerdings noch ohne den Namen
Quartett(o)
Freiburg, der
sich in verkürzter Form übrigens auf das Quartett(o)
serioso von Ludwig van Beethoven bezieht. Beethoven
selbst hatte über sein Streichquartett op. 95 den Titel „Quartett(o)
serioso“ gesetzt, ein ungewöhnliches Einzelwerk ohne Anlass
oder Auftraggeber, das er sozusagen für sich selbst
geschrieben hat. Damit wäre dann auch das Kernrepertoire des
Quartetts benannt: die Werke Beethovens und seiner
Zeitgenossen. |
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Am
25. September setzten wir die diesjährige
Reihe
Konzert im Kloster
mit diesem Konzert fort: |
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The Age of Passions
Scherzi musicali im "vermischten
Geschmack"
Petra Müllejans, Violine
Hille Perl,
Viola da gamba | Lee Santana, Laute
Hille Perl und Lee Santana
erhalten ECHO KLASSIK 2011!
Am 18. November wird
die neue CD von Hille Perl mit wunderschöner Weihnachtsmusik
veröffentlicht. Einzelheiten siehe
hier und unter www.hillenet.net.
Siehe hierzu auch unsere Seite
KÜNSTLER!
Musik von
Philippo Martino, Arcangelo Corelli, Giovanni Schenck, Francesco Antonio
Bonporti, Georg Philipp Telemann, Dietrich Buxtehude und Johann
Sebastian Bach
„Der italienische
Geschmack und der Geschmack der Franzosen entzweit in Frankreich seit
langem das musikalische Publikum“ – dies schrieb Francois Couperin 1724
im Vorwort zu seiner Sammlung von Konzerten mit dem Titel „Les gouts
réunis“, zu deutsch: „Die vereinigten (National)-Stile.“ „Gout“ – der
Begriff stand für Stil, Geschmack, Mode und war zugleich ein Synonym für
die ästhetisch-kulturelle Rivalität von Frankreich und Italien. In
Italien hatte sich die Instrumentalmusik um 1700 zu einer Melange aus
Leidenschaft und Virtuosität entwickelt. In Frankreich dagegen war Musik
vor allem Eleganz und Form, Diskretion und Repräsentation. Couperins
Bestreben, die unterschiedlichen Nationalstile zusammen zu führen,
Eleganz und Leidenschaft, Virtuosität und Feinsinnigkeit sowie
Empfindung und Pathos musikalisch zu versöhnen, wird auch von deutschen
Komponisten aufgegriffen. Der sogenannte „vermischte Geschmack“ wird
sogar zu einer deutschen Erfindung verklärt. In der Flötenschule von
Johann Joachim Quantz, dem Flötenlehrer Friedrichs des Großen, heißt es
dann: „Wenn man aus verschiedenen Völkern ihrem Geschmack in der Musik,
mit gehöriger Beurteilung, das Beste zu wählen weiß: so fließt daraus
ein vermischter Geschmack, welchen man, ohne die Grenzen der
Bescheidenheit zu überschreiten, nunmehr sehr wohl: den deutschen
Geschmack nennen könnte.“ Tatsächlich steht der „vermischte Geschmack“
bald für eine Musik, die fast im modernen Wortsinn „europäisch“ genannt
werden darf. Ihr hervorragendster Vertreter in Deutschland war Georg
Philipp Telemann. Ein Europäer avant la lettre. Entscheidende Impulse
bei dieser Entstehung des „verschmischten Geschmacks“ gingen dabei von
Arcangelo Corellis Violinmusik aus; sein opus 5 (1700 in Rom verlegt)
kursierte in unterschiedlichen Versionen für andere Instrumente vor
allem in England und in Deutschland. Francesco Antonio Bonporti war sein
Schüler. Seine „Inventioni“ sind wiederum in Abschriften von Johann
Sebastian Bach erhalten. Die reisenden Musiker, die zwischen den
Hofkapellen Italiens, Frankreichs und Deutschlands pendelten, waren die
eigentlichen Agenten des „vermischten Stils“. Auch der Kosmopolit Johann
Schenck, der sich je nach Stil und Ort seiner Veröffentlichungen auch
Jean Schenck oder Giovanni Schenck nannte, war mit Corellis Werken
vertraut. Oder der Lautenist Philippo Martino, der vermutlich Philipp
Martin hieß: er ist ein später Vertreter des „vermischten Stils“ in
Deutschland, der in seinen Lautenkonzerten italienische Virtuosität mit
französisch-höfischer Eleganz zusammen bringt.
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Dies war am 15. Juli unser zweites Konzert der diesjährigen
Reihe
Konzert im Kloster! |
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Freiburger
Spielleyt & Fis Füz
Ex oriente lux -
oriental jazz meets medieval music
Es spielten und sangen
Regina Kabis | Sopran
Jutta Haaf |
historische Harfe, Portativ
Albrecht Haaf |
Flöten, Schalmei, Viola d´arco, Portativ
Annette
Maye | Klarinetten
Gürkan
Balkan | Ud, Gitarre
Murat Coskun |
Perkussion

Open Air im
Klosterinnenhof: Ex oriente lux – Licht aus dem Morgenland
Orientalischer Jazz
und Musik des Mittelalters in der Reihe Konzert im Kloster in
Oberried
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Mit diesem Konzert haben wir am 5. Juni die
Reihe
Konzert im Kloster 2011
begonnen! |
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Klavierquartette von W.
A. Mozart
Quartett für Violine, Viola, Violoncello und Klavier g-Moll KV 478
Allegro | Andante | Rondo. Allegro moderatio
Quartett
für Violine, Viola, Violoncello und Klavier Es-Dur V 493
Allegro | Larghetto | Allegretto
Es spielten
Kristian
Bezuidenhout, Hammerklavier; Petra Müllejans, Violine;
Gottfried von
der Goltz, Viola; Kristin von der Goltz Violoncello

Er war der Erste, der das
Klavier mit drei Streichern kombinierte und das Klavierquartett ins
Leben rief. Und es war wohl das erste Mal, dass er ein Honorar dafür
erhielt, dass er ein Werk nicht komponierte. Denn eigentlich
hatte Mozart für den Wiener Verleger Franz Anton Hoffmeister gleich eine
Serie von drei Klavierquartetten schreiben wollen. Nachdem sein
g-Moll-Klavierquartett allerdings beim Publikum gar nicht gut
angekommen, das zweite Quartett aber bereits zu Papier gebracht worden
war, entließ Hoffmeister Mozart aus dem Vertrag. Das bereits
vorausbezahlte Honorar durfte er behalten, wenn er nur von weiteren
Kompositionen dieser Art Abstand nähme. So kurios geht es mitunter zu,
wenn neue Gattungen begründet werden.
Dass Mozarts
Klavierquartette aber bald immer mehr Anklang fanden, das wusste schon
der zweite Ehemann Constanze Mozarts zu berichten. Heute genießen sie
uneingeschränkte Bewunderung und gelten als Perlen der
Klavierkammermusik. Für ihre Interpretation empfahlen übrigens
zeitgenössische Kritiker Musiker, “die außer der erforderlichen
beträchtlichen Geschicklichkeit ein Herz und einen für Musik sehr reif
gebildeten Verstand haben.”
Wer den für seine
Mozart-Einspielungen inzwischen international gefeierten
Hammerklavier-Spezialisten Kristian Bezuidenhout im Zusammenspiel mit
dem Freiburger Barockorchester erlebt hat, der wird ihm und seinen
vorzüglichen musikalischen Partnern diese besonderen Fähigkeiten ohne
weiteres zubilligen und mit Recht im Eröffnungskonzert der Oberrieder
Reihe “Konzert im Kloster” am 5. Juni eine Sternstunde der
Klavierkammermusik erwarten. Und da schon Mozarts Zeitgenossen die
“Unbesonnenheit” beklagten, seine “Quartette in großen, lärmenden
Concerten zu produciren”, dürfte die Oberrieder Wallfahrtskirche mit
ihrer hervorragenden Akustik einen idealen Klangraum abgeben für die
intime musikalische Konversation dieser Werke. |
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Mit diesem
wundervollen Konzert schlossen wir die Reihe Konzert im Kloster 2010 am 21
November 2010: |
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Pariser
Quartette
The Age of
Passions
Karl Kaiser | Flöte
Petra Müllejans
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Violine
Hille Perl |
Viola da gamba
Lee Santana |
Laute
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Musik von Georg Philipp Telemann, Jean Marie
Leclair, Joseph Bodin de Boismortier und Philippo Martino
The Age of Passions – der Name des von Hille Perl vor einigen
Jahren ins Leben gerufenen Quartetts ist Programm: denn die vier
fabelhaften Musikerinnen und Musiker, alle international renommierte
Solisten, Stars der Alte Musik-Szene, sind fest davon überzeugt,
“dass die intensivste, leidenschaftlichste und sinnvollste Art zu
erklären, was uns in diesem Leben umtreibt und bewegt, eben die ist,
unsere Musik zu teilen, mitzuteilen.” Ihrem vitalen, lebendigen und
hochvirtuosen Musizierstil, in dem Interpretation und Improvisation
eine klangsinnliche Liaison eingehen dürfen, hört man das sofort an.
Musik von Telemann oder von Martino oder von Leclair – The Age of
Passions machen daraus Musik von heute: moderne Barockmusik, die
mitreißt, die Swing hat, die uns bewegt. Da wirken Telemanns
berühmte Pariser Quartette für drei Soloinstrumente und Basso
continuo, die zu den ersten und beinahe einzigen ihrer Art für diese
Besetzung gehören, als wären sie haargenau für dieses Ensemble
geschrieben worden. |
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Das vierte Konzert am
17. September in der Reihe Konzert im Kloster 2010: |
Musik von Johann Paul von Westhoff
Al Grand Appoline
Daniela Helm, Violine
Love Persson, Violone
Rosario Conte, Laute
Ieva Saliete, Cembalo
Al
Grand Apolline – dem „großen Apollon unserer Tage“ hat
Johann Paul von Westhoff 1694 seine in Dresden erschienene
Sammlung mit Violinmusik gewidmet. Dass von Westhoff damit
allerdings tatsächlich den griechischen Apollon, den antiken
Gott der Künste und der Musik, den unübertroffenen
Kitharaspieler und Anführer der Musen gemeint hat, darf mit
Fug und Recht bezweifelt werden. Seine Musik hat er einem
damals weitaus machtvolleren Potentaten, einem weltlichen
Gott gewidmet, nämlich Ludwig XIV., dem apollinischen
Sonnengott von Versailles. Und das war gar nicht so
vermessen. Denn der war gerade dabei, ein so noch nie
dagewesenes Mäzenatentum zu entfalten und alle Kunst als
Verherrlichung seiner Macht in Dienst zu nehmen. Und von
Westhoff zählte damals immerhin zu den führenden
Violinvirtuosen Europas, er hatte sogar auf einer seiner
Auslandsreisen vor Ludwig XIV. selbst gespielt und war
ansonsten fest engagiert in der weltberühmten Dresdener
Hofkapelle, dem besten Orchester seiner Zeit. Sein
Suitenzyklus für Violine solo gilt als Vorläufer und Vorbild
der großen Sonaten und Partiten, die Johann Sebastian Bach
25 Jahre später schrieb. Seine Violinstücke verbinden
irrwitzige spieltechnische Anforderungen mit äußerster
melodischer Raffinesse.
Al Grand Apolline – unter
diesem Namen präsentiert nun der Kulturkreis Oberried in der
beliebten Reihe „Konzert im Kloster“ Musik aus der Blütezeit
der virtuosen Violinkunst des 17. Jahrhunderts mit Daniela
Helm, Violine, Love Persson, Violone, Rosario Conte, Laute,
und Ieva Saliete, Cembalo. Auf dem Programm der vier
Musikerinnen und Musiker, die regelmäßig mit den heute
führenden Barock-Ensembles musizieren, darunter das
Freiburger Barockorchester, Anima Eterna, The
Hannover Band oder Amsterdam Baroque, stehen
Werke jener Geiger, die im Verlauf des 17. Jahrhunderts
dafür sorgten, dass der Klang der von oberitalienischen
Instrumentenbauern optimierten Violine die Musikwelt Europas
in einem schier beispiellosen Siegeszug eroberte. Carlo
Farina, Marco Uccellini, Johann Heinrich Schmelzer, Johann
Paul von Westhoff – sie alle waren Violin-Virtuosen, die
ihre Stücke selbst komponierten; sie waren „Komponisten“,
die ihre kunstfertigsten Werke selbst vortrugen. Sie waren
Komponist und Interpret in einer Person. Denn jene Zeit
kannte noch kaum die erst später aufgekommene strenge
Arbeitsteilung zwischen Komponist und Interpret. Aus diesem
Grund spielen Variation und Improvisation, bei der ein
Geiger seine ganze Kunstfertigkeit und seine spontane
Erfindungskraft unter Beweis stellen kann, in der Musik des
17. Jahrhunderts eine große Rolle.
An ihre heutigen Interpreten
stellt die Violinmusik des 17. Jahrhunderts deshalb auch
ganz andere Anforderungen als die vergleichsweise „moderne“
Musik der Klassik oder der Romantik, deren Ausführung viel
exakter in den Noten vorgeschrieben ist. Die barocke
Violinmusik lässt ihren Interpreten große Spielräume und
Freiheiten. Das macht ihren Reiz aus. Aber diese Freiräume
zwischen den Noten wollen auch musikalisch ausgefüllt, mit
stilsicherem Gespür für die „Manieren“ der alten Musik
ausgestaltet werden. Dabei setzt sie auch heute äußerste
Kunstfertigkeit, Virtuosität und Erfindungskraft voraus. Und
genau hier beginnt für die modernen Barockmusiker von heute,
die nicht ohne Grund ein ständig wachsendes, auch
vergleichsweise junges Publikum anziehen, das musikalische
Abenteuer, auf das sie ihre Zuhörer mitnehmen: ihr
temperamentvoller und spielerischer Zugriff verwandelt alte
Musik in lebendige Gegenwart. Was sie stets wagen, ist eine
Gratwanderung zwischen Improvisation und Notentreue. Das
macht Konzerte mit „moderner“ Barockmusik so spannend
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Mit diesem Konzert haben wir am 9.
Juli die Reihe Konzert im Kloster 2010 fortgesetzt:
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Ex oriente lux -
oriental jazz meets medieval music
Freiburger Spielleyt &
Fis Füz
Regina
Kabis, Sopran
Jutta Haaf, historische Harfe,
Portativ
Albrecht Haaf, Flöten, Schalmei,
Viola d´arco, Portativ
Annette Maye, Klarinetten
Gürkan Balkan, Ud, Gitarre
Murat Coskun, Percussion

Ex oriente lux
Dieses
Crossover-Projekt erhält seinen besonderen Reiz dadurch, dass
hier Spielarten des Musizierens, wie sie charakteristisch sind für
den Jazz, auf Musik des Mittelalters treffen, in der auch ganz
ähnliche Formen der freien Improvisation angelegt sind. Für beide
Ensembles ist die Improvisation eine zentrale Ausdrucksform. Und das
nicht ohne Grund. Denn tatsächlich haben der Jazz und die Musik der
mittelalterlichen Spielleyt mehr gemeinsam als es auf den ersten
Blick aussehen mag. Was beide verbindet, jenseits aller historischen
Distanz, das ist ihr Verhältnis zur schriftlichen Fixierung, zur
Notenschrift. Der frühe Jazz kennt eben so wenig die schriftliche
Notation wie die Instrumentalmusik der mittelalterlichen Spielleute,
deren Musik notenschriftlich so gut wie gar nicht nicht überliefert
ist. Musik des Mittelalters, die uns in früher Notation erhalten
ist, das ist in aller Regel liturgische oder geistliche Vokalmusik
aus dem Umfeld der Klöster und Kathedralen. Dort lebten die
Schriftkundigen, die darüber wachten, dass vor allem die
liturgischen Gesänge mit ihren heiligen Worten überall gleich
intoniert und gleich gesungen wurden; hier war die gelehrte Musica
Disciplina zu Hause, hier wurden in einem langen Prozess die
Grundlagen unserer Notenschrift entwickelt, hier wurde Musica als
eine Disziplin der Septem Artes liberales, als ein Fach der Sieben
Freien Künste unterrichtet. Alle übrige Instrumentalmusik, die in
der Kirche für lange Zeit verpönt, ja verboten war, spielte woanders
und war musica profana. So wie der authentische Jazz seine Wurzeln
nicht in den Musikkonservatorien, in der Oper oder im Konzertsaal
hat, also jenseits der klassischen Musik entstanden ist, so
entspringt die Instrumentalmusik des Mittelalters auch nicht den
Klöstern, Kirchen und Skriptorien, sondern der Welt der Spielleute,
der Gaukler und Narren, der Bärenführer, Komödianten und Artisten.
Ganz wie im frühen Jazz sind es hier die Schriftunkundigen, die
Analphabeten, die Vertreter der niederen Stände, die mit ihrer
entfesselten Tanzmusik, mit ihrer Hinwendung zu Rausch, Wollust und
ehrlosem Lebenswandel eine Musik verkörpern, die der klösterlichen
Musica Disciplina ebenso unheimlich war wie der wilde Jazz zu
Begeinn des 20. Jahrhunderts der hohen Kunstmusik. Die Musik der
Spielleyt traf der Bannstrahl der Kirche und der Musica Disciplina;
den frühen Jazz des schwarzen Amerika strafte der Klassikbetrieb
lange Zeit mit arroganter Missachtung. „Wo Tanz ist, da ist der
Teufel“, das schrieb schon Johannes Chrysostomus. Er meinte die
Musik der Spielleute. Ganz ähnlich urteilte die Kulturkritik einmal
über die „exzessive Tanzwut“, die mit dem transatlantischen Jazz im
Europa der 20er Jahre Einzug hielt.
Manchmal liegt die
Sensation im Umgang mit der Tradition. So auch bei FisFüz,
einem deutsch-türkischen Ensemble, das sich nicht auf die Begegnung
zweier Nationen und Kulturen beschränkt, sondern den ganzen
Mittelmeerraum und ca. 3000 Jahre als seinen Fundus betrachtet.
Spanisches, Italienisches, Türkisches, Nahöstliches und
Nordafrikanisches fließt da mit Jazz zusammen, Uraltes, Mittelaltes
und ganz Neues. 1995 von der Klarinettistin Annette Maye und dem
Rahmentrommler und ZMF-Preisträger Murat Coskun gegründet, gewann
das Ensemble FisFüz 1998 den SWR-Weltmusikpreis und tourte
bundesweit sowie durch Ost-, West- und Südeuropa, Marokko, Tunesien
und in den Iran. Seitdem hat FisFüz drei CDs vorgelegt.
Die
Freiburger Spielleyt
interpretieren seit 1990 die Musik des Mittelalters und der
Renaissance.Die Musiker begegneten sich über ihre künstlerische
Arbeit, sowie über ihre Studien in Freiburg und der Schola Cantorum
in Basel.Es entstanden zahlreiche Rundfunkaufnahmen,
Fernsehauftritte und CD-Einspielungen. Inzwischen zählen die
Freiburger Spielleyt zu den gefragtesten Ensembles im Bereich der
frühen Musik. Ihr Repertoire reicht vom schlichten Minnelied über
die virtuose Literatur des italienischen Trecento bis zur höfischen
Musik der Renaissance. Das Ensemble konzertiert seit rund 10 Jahren
innerhalb von Konzertreihen und Musikfestivals in zahlreichen
Ländern Europas. 2002 gastierte das Ensemble auch in den USA und gab
unter anderem Konzerte in New York-City. Inzwischen hat das Ensemble
10 CDs eingespielt.
Der KulturKreisOberried war Kooperationspartner der Großen
Landesausstellung 2010 "Musikkultur in Baden-Württemberg". Dieses
Konzert war Teil des Begleitprogramms. |
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Mit diesem
Konzert begannen wir am Sonntag, 28. März 2010 die Reihe Konzert
im
Kloster 2010: |
Joseph Haydn - Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am
Kreuze
Quartett(o)
Freiburg
Gottfried von der Goltz | Violine
Gerd-Uwe Klein | Violine
Ulrike Kaufmann | Viola
Guido Larisch | Violoncello
Es war sehr schön, dass gerade dieses Konzert, das Haydn für die
Karfreitagsliturgie in Cadiz 1787 komponiert hat, gleichsam als
Eröffnung der Karwoche am Palmsonntag in unserer Kirche gegeben
werden konnte - ein Höhepunkt der geistlichen Musik des späten 18.
Jahrhunderts. |
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